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Groebners neuer Glossenhauer
Der neue Glossenhauer

Wahlwitz

25.April 2026

Schon gehört?
Elon Musk setzt jetzt auf Robotaxis. Noch sind die in der Probephase. Es gibt Probleme mit der Steuerung. Im Moment fahren sie nämlich ständig im Kreis, weil sie dauernd rechts abbiegen.

Nein, das war nur ein Witz!

Muss man heute dazu sagen, weil einerseits manche Leute das nicht gleich verstehen. Witze. Und andererseits gibt es Meldungen, die liest man und denkt sich: Das ist doch ein Witz! Etwa: Ein Kärntner Polizist schießt sich in Krumpendorf ins rechte Bein.
Das klingt wie ein Witz.
Ist aber keiner.

Schon deshalb, weil nicht alle Kärntner irgendwie ein Problem mit Rechtsextremismus haben. Im Gegenteil. Ich kenn total freundliche, weltoffene Kärntner. Die können sogar slowenisch!

Gut, so betrachtet haben die dann natürlich auch ein Problem mit Rechtsextremismus, aber nicht weil sie den von Zuhause kennen, sondern, weil der von aussen in Zuhause reingetragen wird. Wie letztes Jahr am Peršmanhof, wo die Kärntner Polizei dieses Treffen von Antifaschisten… sagen wir mal… „besucht“ hat.
Aber natürlich sind auch nicht alle Kärntner Polizisten so.

Auf keinen Fall!
Schon gar nicht in Krumpendorf.
Nein! Nur weil auf dem Gemeindegebiet von Krumpendorf der Ulrichsberg liegt, wo sich ehemalige Mitglieder der Waffen-SS über Jahrzehnte regelmäßig getroffen… aber nein!
Das wäre eine zu verkürzte Darstellung.

Und nur, weil sich der arme Gesetzeshüter jetzt in sein rechtes Bein geschossen hat, heißt das nicht, dass ihm in diesem Wahrnehmungsbereich die Tiefenschärfe fehlt. Nein. Oder gar, dass er auf dem rechten Auge blind ist.

Es zeigt vielmehr, dass die Kärntner Polizei durchaus gewillt ist, gegen rechtsextreme Gliedmaßen selbst in den eigenen Reihen vorzugehen. Ha! Daran sieht man, dass Kärnten gar nicht so ist, wie es uns die Vorurteile von uns Wiener Bazi glauben machen wollen.

Es ist ja vieles anders als man denkt.
Die Ungarn zum Beispiel haben ja auch bei der letzten Wahl gezeigt, dass sie ganz anders sind als gedacht. Wenn man diese Bilder vom Budapester Donauufer (eines der wenigen Worte mit Doppel U, übrigens) gesehen hat, dann hat man sich da ja schon gefragt: Ist das noch Wahlberichterstattung oder der Live-Bericht von der ungarischen Loveparade?
So sehr haben sich die Leute gefreut in Ungarn.

Jetzt fragen sich die Ungarinnen und Ungarn nur, wie sie die ganze Kohle, die der Wahlverlierer Orban und sein Kumpel aus dem Installateurs-Business zur Seite geschafft haben, wieder kriegen.

Aber wenn wir schon von Wahlen reden:
Timmy. Der Wal. (Ja, das musste auch einmal kommen) Der Wal, der da in der Ostsee vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns herumliegt. Der mag nicht schwimmen. Und sterben lässt man ihn nicht. Oder doch. Und wenn nur, weil finstere Mächte hier am Werk sind, wie führende Meeresbiologen auf TikTok und YouTube wissen. Das sind dieselbe, die vor fünf Jahren noch Virologen waren.
Denn die haben den Durchblick. Normalerweise leben nämlich Wale ewig, transportieren biblische Propheten, betreiben in ihrer Freizeit einen Wal-O-Mat (bei dem immer rauskommt, dass man die örtlichen Rechtsextremen unterstützen soll) oder heißen Willy und tauchen in Hollywoodfilmen auf.
Die wissen alles, diese Walforscher.

Dort oben an der Küste (also von der Seehöhe eigentlich unten, aber egal, das ist schon wieder zu kompliziert für die dortigen Waliser), in Mecklenburg-Vorpommern, für Freunde: Meck-Pomm (was immer so klingt, als ginge es um frittiterte, in längliche Stücke geschnittene Kartoffeln eines mulitnationalen Systemgastronomen mit M im Namen, dort hat man nämlich Zeit für so eine gigantische Verschwörung. Donald Trump hat seine - angeblich - gestohlene Wahl und sowas wollten die dann eben auch haben. Den gestrandeten Wal. Durch sinistre Netzwerke angespült. Durch Meeres-Ökologie etwa.

Aber so einfach kann es nicht sein!
Nicht in Meck-Pomm. Denn Meck-Pomm hat zwar zahlreiche Probleme, dünne Besiedlung bei gleichzeitig hoher Arbeitslosigkeit, Nazi-Aufmärsche, fragwürdige Deals der Landesregierung mit der russischen Gas-Mafia und und und… man könnte sich da also wirklich um einiges kümmern, gerade weil da demnächst Wahl ist (also Landtagswahl und nicht Strandlagswal) und deshalb kümmern sie sich dort auch um… was??
Um Timmy. Timmy den Wal. Manche nennen ihn auch Hope.
Vielleicht nennen ihn auch dritte: Fisch, Delphin, Giraffe der Meere oder größter Mehlwurm der Welt. Oder vielleicht auch Balthasar. Oder Jonas. Oder Willy, weil sie das im Kino gesehen haben.
Wobei das eigentlich ein ganz ein anderer Wal war, aber egal:
Wer den Wal hat, hat die Qual.

Letztlich sind all diese Namen genauso richtig für Timmy, wie sein Name Timmy.
Denn Timmy weiß gar nicht einmal, dass er Timmy heißt.
Denn eigentlich heißt er wahrscheinlich: Biiiiiuuuuuuuuuuuuuuuuoooooooooooooy!

Oder so ähnlich.
Ich bitte um Verzeihung für Tippfehler. Ist mein erster Versuch Walgesänge zu verschriftlichen.
Ist aber ein Trend, der im Kommen ist.

Und eigentlich gehört das Riesen-Vieh gar nicht in die Ostsee. Schon gar nicht so nah in die Lübecker Bucht, wo man im letzten Jahrhundert fröhlich Atommüll versenkt hat.
Sondern in die Nordsee. Dort in der Nordsee, wo täglich in der Deutschen Bucht Schweinswale verenden. Das interessiert aber keinen. Weil die sind klein, weit draussen am Meer und man kann keine Insta-Story daraus machen.

Aus Timmy dagegen sehr wohl.
Auch weil man sich mit ihm so gut identifizieren kann.
Ein übergewichtiges, einsames Wesen am Strand, das schlecht Luft kriegt, … da erkennt sich schon der eine oder andere Wähler natürlich wieder.

Apropos Wiedererkennung am Strand:
In Zypern treffen sich die Spitzen der EU.
Warum dort? Weil sich in Zypern die schönsten Konflikte der Welt gut beobachten lassen.
Iranische Drohnen treffen dort britische Militäreinrichtungen, mit dem Fernglas kann man auf einen zerstörten Südlibanon oder den in Schutt und Asche liegenden Gazastreifen schauen und Abends trifft man dann im Restaurant die fröhlichsten, korruptesten russischen Oligarchen, die hier abwarten, ob die russische Wirtschaft demnächst schon krachen geht - oder doch erst in einem Jahr.

Und mit denen kann man dann ökonomische Fachgespräche führen.
Wie das mit dem Ölpreis ist. Oder ob man nicht doch langsam in die Elektromobilität investieren sollte. Und wenn ja: Wo? In China? In Deutschland? Oder gar in den USA?
Beim electronic-lunatic-oligarchic Nationalist, kurz: Elon?

Dass dem seine Autos dann alle einen Rechtsdrall haben, dürfte ja nicht so stören.
Weil es ja nur ein Witz war.
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