Severin Groebners Newsletter
Groebners neuer Glossenhauer
Der neue Glossenhauer

Zahl und Fatal

22. März 2026

Zuerst mal zur Zahl:

Jetzt hab ich es doch geschafft. Zwei Dreiviertel Jahre Nach der Einstellung der Wiener Zeitung und damit der ältesten gedruckten Tageszeitung der Welt (noch im Nachhinein ein Herzliches „Wo seids Ihr eigentlich angrennt?“ an die damaligen Regierungsverantwortlichen in Österreich) und damit meiner Entscheidung die Kolumne, die ich in der Zeitung gehabt hatte, online weiter zuführen, sind wir in der 100. Ausgabe des „Neuen Glossenhauers“ angekommen.

100. vulgo: Da Hundatste.
Man kann mir nicht mangelnde Beharrlichkeit vorwerfen.
Mangelnde Pünktlichkeit schon.

Denn jeder, der weiß wieviele Wochen so ein Jahr hat und rechnen kann, weiß jetzt natürlich auch, dass es mit der Wöchentlichkeit hier nicht immer so ernst genommen wird, aber … ganz ehrlich: Was soll’s.
Ich tu mein Bestes und das so regelmäßig, wie ich kann. Und manchmal kann ich halt nicht. Aber die Glosse ist immer noch da und die Anzahl der Abonenntinnen und Abonennten hat sich in den letzten 27 Monaten mehr als verdreifacht.

Und manche zahlen auch was!
Sei auch Du eine/r von denen! 

Apropos Zahlen.
Könnt Ihr Euch noch erinnern, wie damals vor Zweidreiviertel Jahren der Heizungsfachmann Aigruber und die Fussmatten-Influencerin Gruber im oberbayerischen Erding gegen die Wärmepumpe und das Heizungsgesetz gehetzt haben?
Und gegen ein paar andere Sachen auch noch. Gegen das Gendern. Und den Klimawandel. Und die Grünen. Und ich glaube auch gegen das schlechte Wetter, gegen die Erdrotation, die Massenanziehung und dass man im Supermarkt immer an der Kasse ansteht, wo es am langsamsten vorwärts geht.
Und was war deren Lieblingsargument?
Genau, das was alle kurzsichtigen Pfennigfuchser, die nicht langfristig rechnen können, sagen:
„Was das wieder kostet!“

Und jetzt?
Jetzt wo ein anderer Freund des erfundenen Arguments und der Gefühlspolitik einen Krieg vom Zaun bricht, der die Preise die fossilen Rohstoffe durch die Decke gehen lässt, was sagt jetzt der Aiwanger und die Gruberin?

Ganz ehrlich: ich weiß es nicht.
Und ich will das auch so genau wissen, wie ich eine Mitschrift des letzten Andreas Gabalier Konzerts lesen möchte.
Und wer diesen geistig Herausgeforderten jemals geglaubt hat, hat jetzt hoffentlich dazu gelernt. Und damit hebt er sich schon von ihnen ab.
Weil eins haben die sicher nicht gesagt: „Oh, da hab ich mich wohl geirrt.“

Schließlich kommt es nicht überraschend, dass die fossilen Energieträger extremen Preisschwankungen unterliegen. Das war nämlich schon immer so.
Dazu braucht es keinen Krieg, der von religiösen Faschisten gegen religiöse Faschisten geführt wird. Aber es hilft natürlich.

Anders gesagt:
Wer heute sein E-Bike, sein E-Moped oder sein E-Auto mit Solarstrom lädt, freut sich, wenn er in sein mit Wärmepumpe beheiztes Zuhause kommt. Weil er recht viel Geld spart. Bares Geld, das er oder sie oder es dann in die steigenden Lebensmittelpreise stecken kann.

Aber das ist natürlich dem Hubsi (Ministergehalt, bezahlt von Dir und Dir und mir) und der Moni (reich verheiratet) wahrscheinlich relativ egal. Die werden schon einen anderen Grund finden, warum man mit einer Technologie, die vor hundert Jahren die Pferdekutsche ersetzt hat, heute auch noch herumfahren und heizen soll. Wobei natürlich niemand - auch vor hundert Jahren nicht - seine Pferde verheizt hat. Hoffe ich zumindest. Aber vielleicht Pferdeäpfel?

Naja, das weiß ich auch nicht. Zumindest weiß ich, was ich alles nicht weiß.
Anders als die Moni und der Hubsi… und der Donald.

Der weiß nicht einmal, wie er aus einem Krieg, den er zusammen mit seinem Kumpel Bibi aus der Neigungsgruppe „Staatschefs, gegen die eigentlich strafrechtlich ermittelt werden sollte“ begonnen hat, wieder raus kommt.

Aber er hat eine super Idee: Einfach noch mehr Bomben!
Oder noch mehr bomben. Das Substantiv in der Mehrzahl und das Verb gleichen sich ja so schön. Die Strategie lässt sich also so zusammen fassen: „Wenn Bomben hinter Bomben bomben, bomben Bomben hinterher.“

Und das attackierte Regime aus der Neigungsgruppe „Arschgeigen, von denen man sich gar nichts sagen lassen will.“ hat eine mindest genauso geniale Idee: Es macht es genau so.
Es ist fatal.

Und jetzt sterben Zivilisten, liegen Häuser und Städte in Schutt und Asche, steigen Preise und brennt eine ganze Region. Und brennt. Und brennt.
Heißt deshalb eine Mineralölsorte so? Brent?
Oder ist das der eigentliche „Verbrennungsmotor“?
Ich weiß es schon wieder nicht.
Schlußpointe? Hab ich nicht.
Außer - vielleicht - mit einem Blick auf die Preise diverser Luftangriffswaffen: Was das wieder kostet!
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