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Tagebuch

Montag, 28. September 2009 - 15:24 Uhr
Fazit

Ich fasse zusammen, es gibt nämlich auch noch Gutes an diesem Wahlsonntag:
Angela Merkel ist weiterhin Bundeskanzlerin - und das haben wir schon vorher gewußt. "Gut" ist das jetzt im engeren Sinne zwar nicht, aber nicht überraschend.
Franz Müntefering wird jetzt viel Zeit haben, die er mit seiner jungen Freundin verbringen kann. Mei alter Weier Frankenstein ebenso. Dem fehlt nur noch die junge Freundin, aber vielleicht leiht ihm ja der Seehofer eine. Der hat sicher noch irgendwo eine.
Apropos: Die kleinste Partei, die im Bundestag sitzt, ist die CSU.
Die SPD kann jetzt wieder sozialdemokratisch werden.
Guido Westerwelle ist mit Sicherheit ein pockennarbiger Strebertyp, aber kein Jörg Haider.
Sonst wäre er nicht geoutet, tot, betrunken, würde jetzt bald eine Ausstellung in einem ehemaligen Nazi-Bergstollen bekommen, in den sich bereits der NS-Gauleiter zurück gezogen hätte, und all das würde die Stadt Klagenfurt mit 85.000 € finanzieren.
Obendrein wird dem Guido sein blödes Siegergrinsen gleich vergehen, wenn er mal einen Blick in die Kasse wirft.
Der nette Herr Ströbele wurde in seinem Direktmandat bestätigt.
Im Zuge des allgemeinen Achtziger Jahre Revivals gibt es nun wieder eine Schwarz-Gelbe Regierung, aber so eine Retrowelle dauert üblicherweiseweise nicht allzu lang.
In vier Jahren kann man die Biene Maja Koalition wieder abwählen.

Und wer wirklich schlechte Wahlergebnisse sehen will, möge sich Oberösterreich anschauen.




Sonntag, 20. September 2009 - 10:45 Uhr
Wahlen Wähler weite Strecke

Also wenn ich die aktuellen Nachrichten richtig verstehe, ist daß so:
Wenn im Iran die Wahlen auf Teufel komm raus gefälscht werden, dann ist das diktatorisch (was es ja auch ist, wie ich finde), aber wenn in Afghanistan die Wahlen gefälscht werden, dann ist das soetwas wie landesübliche Tradition und nicht weiter schlimm (find ich eher nicht). Mal sehen, wie das heute in Vorarlberg abläuft und ob dort die Taliban... pardon... die FPÖ weiter zulegen kann. Gefälscht wird dort ja vielleicht nicht werden. Da gibt es eher mehrere Schnäpse nach dem Kirchgang gratis und dann weiß man schon, was man zu wählen hat.
Apropos betrunkene Horden: Das Oktoberfest in München ist eröffnet! Wer also noch nie erfahren hat, wie das ist, wenn man einem zu „Country Road take me Home!“ volltrunken der Nebenmann in den Kragen kotzt, der muß da sofort hin.
Aber vielleicht muß das ja auch sein, wenn gerade Bundestagswahlkampf ist. Da muß ja auch mal die Emotion raus. Und wenn noch ein Hendl dabei ist – was solls.
Ich werde ja die SPD nie verstehen. Wie kann man seinen Spitzenkandidaten plakatieren und daneben schreiben:
Unser Land kann mehr.
Die CDU ist ja auch nicht besser: Wir haben die Kraft! – und wer hat das Hirn, bitte?
Immerhin wird Deutschlands Wahl erstmals von OECD-Wahlbeobachtern kritisch begleitet.
Die kommen wahrscheinlich geradewegs aus Afghanistan. Oder aus Vorarlberg.
Mal sehen, ob man den Unterschied merkt.




Donnerstag, 3. September 2009 - 11:54 Uhr
Wiener Löcher

Manchmal gibt es doch nichts Schöneres, als Zeitung lesen.
Die Vorgeschichte:
In Wien ist – nach heftigen Regenfällen – eine Pappel an der Ringstraße – Flupp! – im Boden verschwunden. Große Aufregung im Magistrat: Was wenn das Schule macht? Verschwindet dann auch bald das Rathaus? Das Parlament? Dass Burgtheater? Die gesamte Wiener Innenstadt?
Jetzt gibt es Entwarnung. Wie der „Standard“ meldet, sei jetzt geklärt worden, daß die Pappel „Opfer eines darunter liegenden Hohlraums“ geworden und der Magistrat verlautbarte zur Sachlage, es handle sich um eine „örtliche Schwachstelle“ und diese sei lediglich als „lokale Erscheinung“ zu betrachten.
Wer hier aller Opfer seines Sprachzentrums und eines darunter liegenden Hohlraums geworden ist, möchte ich gar nicht wissen, da ich hoffe, daß es sich um eine lokale Erscheinung handelt.
Sicher ist jedoch, daß die örtliche Schwachstelle nicht immer nur dort ist, wo man sie vermutet.



Freitag, 26. Juni 2009 - 14:49 Uhr
Aber eigentlich...

...steh ich immer schon auf Prince.
Das nur der Vollständigkeit halber.



Freitag, 26. Juni 2009 - 02:27 Uhr
Also wirklich

... jetzt ist Michael Jackson tot.
Das ist irgendwie traurig.
Und doch hoffe ich, daß Gadaffi das hinkriegt... also die Nachfolge.
MAN MÜSSTE MAL wissen, warum das so ist:
The King of Pop ist tot und der iranische Diktator freut sich bester Gesundheit (nein, nicht Gadaffi).
Ist einfach unfair.
Interessanterweise haben die beiden mehr miteinader zu tun als man auf den ersten Blick glauben mag. Also Iran und Jacko. Wer die "Persepolis"-Comix von Marjane Satrapi gelesen hat, weiß, welch subversives Potential in Michael Jackson gesteckt hat. Solang man kein übersättigtes westliches Jugendliches war.
Aprospos Iran:
Ist es nicht auf seine Art auch bezeichnend, daß - abgesehen von all den Schrecklichkeiten, die dort passieren - die amtliche, staatliche, iranische Nachrichten-Agentur "FARS" heißt?
Der Klang stimmt schon, nur die Orthographie lässt noch zu wünschen übrig.

Also schlaf gut, Michael.
Und für Ahmadinejad ein herzliches "Beat it!"



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