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Tagebuch

Samstag, 2. Januar 2010 - 16:12 Uhr
Erster Ausblick auf das neue Jahr

Zweitausend Zehen (Ausschnitt)


Mittwoch, 9. Dezember 2009 - 00:18 Uhr
Newsletter Dezember 09

Der Dezember naht und damit Weihnachten.
Das ist natürlich schlimm, wird aber in dieser monatlichen Betrachtung keinerlei Rolle spielen. Versprochen!

Ich möchte mich auf die positiven Seiten des Lebens konzentrieren.
Berlusconi ist zum überzeugendsten Rockstar seines Landes gewählt worden, und das ist wohl eine der Wahlen, die selbst der große Ich-grins-Euch-alle-so-lang-an-bis-Ihr-aufhört-sachlich-zu-argumentieren-Meister nicht so gerne gewonnen hätte. Schließlich hat er ja nicht mal eine Platte aufgenommen - geschweige denn einen Download zur Verfügung gestellt - da bleibt nur eine Konsequenz: Herr Premierminister treten sie zurück und ab mit Ihnen ins Studio. Und Adriano Celentano wird sein Nachfolger. Schlechter macht der das auch nicht.
Gut machen das hingegen die Studenten, wie ich finde.
Wehren sich dagegen kleine Lernroboter zu werden. Das erstaunlichste allerdings an dieser Protestbewegung ist allerdings, daß sie von Wien ausgegangen ist. Von Wien geht etwas aus! Sonst geht in Wien immer nur was ein.
Ich bin - ehrlich - freudig überrascht. Das hat es seit 1848 nicht gegeben. Es ist nur zu hoffen, dass das besser ausgeht.
Etwas versteh ich aber nicht daran: Die Kritik an diesem Bologna-Prozess.
Der ist doch super! 500g Faschiertes (also Hackfleisch), zwei Karotten, zwei bis drei Dosen Tomaten, Zwiebeln, bisi Knoblauch, etwas Mayoran, viel Petersilie, Olivenöl und ab in die Pfanne, dazu Spaghetti.... und schon schmeckt er! Kann man auch leicht auf zwei Kochplatten in einem besetzten Audimax herstellen. Wohl bekomms!
Denn am Schluß siegt immer das Gute!
Manchmal dauert es eben ein wenig. Zum Beispiel der österreichische Bundespräsident (ÖBP) Heinz Fischer stellt sich - trotz einer Schmutzkübelkampagne der völkischen Kronenzeitung - der Wiederwahl.
Das ist schön. Wenigstens eine kompetente Person, die die kleine Alpenrepublik im Ausland repräsentieren kann. Wer will den schon mit Gio Hahn in einen Topf geworfen werden?
Und wenn nur den Hahn als Coq au Vin, dazu nimmt man den Hahn, zwei bis drei Flaschen schweren roten Burgunder, Suppengemüse.... aber ich schweife ab.
Der einzige nahmhafte Gegenkandidat darf eigentlich gar nicht kandidieren:
Das ist ein Mitglied der Familie Habsburg (!) aus Kärnten (!!), der bei den Grünen (!!!) ist. Da sieht man wie abgewirtschaftet die schon sind, die Habsburger. Und die Grünen anscheinend auch.
Härter geht es in Deutschland zu: Westerwelle gegen Steinbach! Das ist wahre Brutalität, wie Travnicek gesagt hätte. Sozusagen der Kampf der Geschlechter. Er kann kein Englisch, sie mag keine Polen. Ein Nervenkrimi. Da muß man natürlich zu dem schwächeren, zarten Wesen halten.
Also - zähneknirschend - zu Westerwelle.


Sonntag, 29. November 2009 - 16:03 Uhr
Was Österreich liest...

Gerade in Österreich gehe ich immer wieder an den Werbungen für die Tageszeitung - Achtung! Super Name! - "Österreich" vorbei. Und der Slogan zu dieser eher unterirdischen Publikation lautet daher auch "Österreich liest Österreich".
Und das, finde ich, ist ein logisches Problem.
Denn diese Plakate werden ja in Österreich affichiert. Was bedeutet, das ganz Österreich (jetzt die Bevölkerung, nicht die Zeitung) daran vorüber geht und liest "Österreich liest Österreich".
Das bedeutet aber wiederum, daß es eigentlich heißen müsste "Österreich liest: Österreich liest Österreich".
Wenn man aber das plakatieren würde, wäre das zwar richtig, aber im Moment des Rezipierens der Österreicher auch wieder falsch. Denn sobald Österreich "Österreich liest: Österreich liest Österreich" liest, müsste es konsequenterweise heißen: "Österreich liest: Österreich liest: Österreich liest Österreich".
Wenn man das aber wiederum veröffentlichen würde....
Es wird endlos!
Am ehesten käme man der Realität noch bei, wenn man schreiben würde: "Österreich liest Österreich liest Österreich liest...usw"
Das aber wäre erstens nicht nur sehr werbeunwirksam, sondern obendrein noch falsch. Denn in Wahrheit lesen die meisten Leute diese Zeitung gar nicht, sondern bekommen sie nur gratis in die Hand gedrückt. Konsequenterweise müsste es also lauten: Österreich? Geschenkt.
Und in Wirklichkeit lesen die meisten nämlich die "Kronen Zeitung". Und das ist die wahre Tragödie.


Montag, 28. September 2009 - 15:24 Uhr
Fazit

Ich fasse zusammen, es gibt nämlich auch noch Gutes an diesem Wahlsonntag:
Angela Merkel ist weiterhin Bundeskanzlerin - und das haben wir schon vorher gewußt. "Gut" ist das jetzt im engeren Sinne zwar nicht, aber nicht überraschend.
Franz Müntefering wird jetzt viel Zeit haben, die er mit seiner jungen Freundin verbringen kann. Mei alter Weier Frankenstein ebenso. Dem fehlt nur noch die junge Freundin, aber vielleicht leiht ihm ja der Seehofer eine. Der hat sicher noch irgendwo eine.
Apropos: Die kleinste Partei, die im Bundestag sitzt, ist die CSU.
Die SPD kann jetzt wieder sozialdemokratisch werden.
Guido Westerwelle ist mit Sicherheit ein pockennarbiger Strebertyp, aber kein Jörg Haider.
Sonst wäre er nicht geoutet, tot, betrunken, würde jetzt bald eine Ausstellung in einem ehemaligen Nazi-Bergstollen bekommen, in den sich bereits der NS-Gauleiter zurück gezogen hätte, und all das würde die Stadt Klagenfurt mit 85.000 € finanzieren.
Obendrein wird dem Guido sein blödes Siegergrinsen gleich vergehen, wenn er mal einen Blick in die Kasse wirft.
Der nette Herr Ströbele wurde in seinem Direktmandat bestätigt.
Im Zuge des allgemeinen Achtziger Jahre Revivals gibt es nun wieder eine Schwarz-Gelbe Regierung, aber so eine Retrowelle dauert üblicherweiseweise nicht allzu lang.
In vier Jahren kann man die Biene Maja Koalition wieder abwählen.

Und wer wirklich schlechte Wahlergebnisse sehen will, möge sich Oberösterreich anschauen.




Sonntag, 20. September 2009 - 10:45 Uhr
Wahlen Wähler weite Strecke

Also wenn ich die aktuellen Nachrichten richtig verstehe, ist daß so:
Wenn im Iran die Wahlen auf Teufel komm raus gefälscht werden, dann ist das diktatorisch (was es ja auch ist, wie ich finde), aber wenn in Afghanistan die Wahlen gefälscht werden, dann ist das soetwas wie landesübliche Tradition und nicht weiter schlimm (find ich eher nicht). Mal sehen, wie das heute in Vorarlberg abläuft und ob dort die Taliban... pardon... die FPÖ weiter zulegen kann. Gefälscht wird dort ja vielleicht nicht werden. Da gibt es eher mehrere Schnäpse nach dem Kirchgang gratis und dann weiß man schon, was man zu wählen hat.
Apropos betrunkene Horden: Das Oktoberfest in München ist eröffnet! Wer also noch nie erfahren hat, wie das ist, wenn man einem zu „Country Road take me Home!“ volltrunken der Nebenmann in den Kragen kotzt, der muß da sofort hin.
Aber vielleicht muß das ja auch sein, wenn gerade Bundestagswahlkampf ist. Da muß ja auch mal die Emotion raus. Und wenn noch ein Hendl dabei ist – was solls.
Ich werde ja die SPD nie verstehen. Wie kann man seinen Spitzenkandidaten plakatieren und daneben schreiben:
Unser Land kann mehr.
Die CDU ist ja auch nicht besser: Wir haben die Kraft! – und wer hat das Hirn, bitte?
Immerhin wird Deutschlands Wahl erstmals von OECD-Wahlbeobachtern kritisch begleitet.
Die kommen wahrscheinlich geradewegs aus Afghanistan. Oder aus Vorarlberg.
Mal sehen, ob man den Unterschied merkt.




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