Tagebuch
Donnerstag, 29. April 2010 - 15:07 Uhr
Nur ein kleiner Nachtrag zur geringen Wahlbeteiligung in Österreich

wenn SO die Wahlkabinen aussehen, ist das doch auch kein Wunder.
Donnerstag, 15. April 2010 - 20:42 Uhr
nachrichten von heute

Heute waren wieder fast nur schöne Dinge in den Nachrichten:
Vier weitere tote deutsche Soldaten in Afghanistan. Das ist natürlich nicht schön. Aber daß der Nachrichtensprecher dazu noch sagt, diese wären von Taliban getötet worden, die sich in der Region festgesetzt hätten, ist nicht nur unschön, sondern blöd. Die haben sich dort nicht festgesetzt, die wohnen da.
Dann dieser wunderbare Prozess, den eine Frau angestrengt hat, weil sie sich als „Ossi“ diskriminiert fühlt. Mal abgesehen davon, was ich denn da alles sagen könnte, da man mich permanent als „Ösi“ anspricht (was ich als sehr diskriminierend empfinde), mußte jetzt ein Gericht feststellen, daß das nicht gehe, weil die Ossis kein Volksstamm sind. Nicht einmal ein Volksstamm!
Und schon wieder so eine Diskriminierung.
Apropos Ossis: Ich habe vergessen Helmut Kohl zum Geburtstag zu gratulieren (wie wahrscheinlich viele), denn ich finde es bemerkenswert, wie ein Mann achtzig werden kann, der gefühlte 800 Jahre Kanzler war.
Und die ARD feiert auch Geburtstag.
Was aber nicht alle wirklich in Erregung versetzt. Selbst die eigenen Mitarbeiter nicht, wie man oben sieht.
Und dann natürlich der Vulkan aus Island, der uns mit seinem Qualm alle einnebelt und die Flugzeuge zu Boden zwingt. Wäre Island in der EU, wäre das nicht passiert. Da gibt’s nämlich Rauchverbot. Auch für Berge.
Samstag, 2. Januar 2010 - 16:12 Uhr
Erster Ausblick auf das neue Jahr

Zweitausend Zehen (Ausschnitt)
Mittwoch, 9. Dezember 2009 - 00:18 Uhr
Newsletter Dezember 09
Der Dezember naht und damit Weihnachten.
Das ist natürlich schlimm, wird aber in dieser monatlichen Betrachtung keinerlei Rolle spielen. Versprochen!
Ich möchte mich auf die positiven Seiten des Lebens konzentrieren.
Berlusconi ist zum überzeugendsten Rockstar seines Landes gewählt worden, und das ist wohl eine der Wahlen, die selbst der große Ich-grins-Euch-alle-so-lang-an-bis-Ihr-aufhört-sachlich-zu-argumentieren-Meister nicht so gerne gewonnen hätte. Schließlich hat er ja nicht mal eine Platte aufgenommen - geschweige denn einen Download zur Verfügung gestellt - da bleibt nur eine Konsequenz: Herr Premierminister treten sie zurück und ab mit Ihnen ins Studio. Und Adriano Celentano wird sein Nachfolger. Schlechter macht der das auch nicht.
Gut machen das hingegen die Studenten, wie ich finde.
Wehren sich dagegen kleine Lernroboter zu werden. Das erstaunlichste allerdings an dieser Protestbewegung ist allerdings, daß sie von Wien ausgegangen ist. Von Wien geht etwas aus! Sonst geht in Wien immer nur was ein.
Ich bin - ehrlich - freudig überrascht. Das hat es seit 1848 nicht gegeben. Es ist nur zu hoffen, dass das besser ausgeht.
Etwas versteh ich aber nicht daran: Die Kritik an diesem Bologna-Prozess.
Der ist doch super! 500g Faschiertes (also Hackfleisch), zwei Karotten, zwei bis drei Dosen Tomaten, Zwiebeln, bisi Knoblauch, etwas Mayoran, viel Petersilie, Olivenöl und ab in die Pfanne, dazu Spaghetti.... und schon schmeckt er! Kann man auch leicht auf zwei Kochplatten in einem besetzten Audimax herstellen. Wohl bekomms!
Denn am Schluß siegt immer das Gute!
Manchmal dauert es eben ein wenig. Zum Beispiel der österreichische Bundespräsident (ÖBP) Heinz Fischer stellt sich - trotz einer Schmutzkübelkampagne der völkischen Kronenzeitung - der Wiederwahl.
Das ist schön. Wenigstens eine kompetente Person, die die kleine Alpenrepublik im Ausland repräsentieren kann. Wer will den schon mit Gio Hahn in einen Topf geworfen werden?
Und wenn nur den Hahn als Coq au Vin, dazu nimmt man den Hahn, zwei bis drei Flaschen schweren roten Burgunder, Suppengemüse.... aber ich schweife ab.
Der einzige nahmhafte Gegenkandidat darf eigentlich gar nicht kandidieren:
Das ist ein Mitglied der Familie Habsburg (!) aus Kärnten (!!), der bei den Grünen (!!!) ist. Da sieht man wie abgewirtschaftet die schon sind, die Habsburger. Und die Grünen anscheinend auch.
Härter geht es in Deutschland zu: Westerwelle gegen Steinbach! Das ist wahre Brutalität, wie Travnicek gesagt hätte. Sozusagen der Kampf der Geschlechter. Er kann kein Englisch, sie mag keine Polen. Ein Nervenkrimi. Da muß man natürlich zu dem schwächeren, zarten Wesen halten.
Also - zähneknirschend - zu Westerwelle.
Sonntag, 29. November 2009 - 16:03 Uhr
Was Österreich liest...
Gerade in Österreich gehe ich immer wieder an den Werbungen für die Tageszeitung - Achtung! Super Name! - "Österreich" vorbei. Und der Slogan zu dieser eher unterirdischen Publikation lautet daher auch "Österreich liest Österreich".
Und das, finde ich, ist ein logisches Problem.
Denn diese Plakate werden ja in Österreich affichiert. Was bedeutet, das ganz Österreich (jetzt die Bevölkerung, nicht die Zeitung) daran vorüber geht und liest "Österreich liest Österreich".
Das bedeutet aber wiederum, daß es eigentlich heißen müsste "Österreich liest: Österreich liest Österreich".
Wenn man aber das plakatieren würde, wäre das zwar richtig, aber im Moment des Rezipierens der Österreicher auch wieder falsch. Denn sobald Österreich "Österreich liest: Österreich liest Österreich" liest, müsste es konsequenterweise heißen: "Österreich liest: Österreich liest: Österreich liest Österreich".
Wenn man das aber wiederum veröffentlichen würde....
Es wird endlos!
Am ehesten käme man der Realität noch bei, wenn man schreiben würde: "Österreich liest Österreich liest Österreich liest...usw"
Das aber wäre erstens nicht nur sehr werbeunwirksam, sondern obendrein noch falsch. Denn in Wahrheit lesen die meisten Leute diese Zeitung gar nicht, sondern bekommen sie nur gratis in die Hand gedrückt. Konsequenterweise müsste es also lauten: Österreich? Geschenkt.
Und in Wirklichkeit lesen die meisten nämlich die "Kronen Zeitung". Und das ist die wahre Tragödie.
