Tagebuch
Mittwoch, 29. Juni 2011 - 14:03 Uhr
Newsletter 06/11
Ist irgendetwas passiert? Eigentlich nicht.
Also ausser, daß in Neuseeland die Erde wackelt, Libyen im Bürgerkrieg im Bürgerkrieg versinkt, die Syrer ihren Führer nicht mehr wollen und in Deutschland die Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Aber das ist nichts Neues. Nur vielleicht, daß der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg vom Umweltminister Röttgen bejubelt wurde mit den Worten, es gebe erstmals ein energiepolitisches Konzept der Bundesregierung. Erstmals!
Also waren die Vermutungen, daß die Kasperln seit den Sechzigern Jahren einfach wild drauf los gebaut und ohne Sinn und Verstand Kraftwerke in die Landschaft geschissen haben gar nicht so falsch.
Aber dafür weiß man ja jetzt, was zu tun ist. Und zwar Europaweit. Da werden nämlich jetzt alle Atomkraftwerke überprüft. Alle. Gnadenlos. Beinhart. Nämlich von den Kraftwerkbetreibern selber.
Das ist fast so, als würde Sepp Blatter verlautbaren, er werde persönlich in Zukunft die Korruption in der FIFA bekämpfen... was er auch wirklich getan hat. Der Komiker, der.
Noch lustiger als Blatter ist die FPÖ: Zuerst enthält sie sich in Amstetten während der Abstimmung zur Aberkennung der Ehrenbürgerwürde eines gewissen Herrn Adolf Hitler (wahrscheinlich ein Deutscher) der Stimme. Dann aber, wenn man sie in Straßburg danach fragt, wird der, der fragt, als „Nestbeschmutzer“ bezeichnet. Super Gag, oder?
Der Hitler ist auf jeden Fall jetzt nicht mehr im Besitz der Ehrenbürgerwürde (die ich hier lieber „Ehren-Würger-Bürde“ nennen würde) und ob sie Josef Fritzl dafür bekommt, weiß man nicht.
Apropos Altlasten:
Man hat in Uwe Barschels Genfer Hotelzimmer ein fremdes Haar gefunden.
Das könnte Aufschluss über seinen misteriösen Tod geben und erste Maßnahmen folgten auch auf den Fuss: Es wurde das gesamte Roomservice-Personal gefeuert, da die sichtlich seit über zwanzig Jahren keinen Finger gerührt haben.
Ganz sauber läuft es hingegen zwischen Ungarn und China. Die planen eine enge Kooperation. China will Ungarische Staatsanleiehen kaufen und so die finanzielle Situation der Ungarn stabilisieren. Als Dank dafür hat Ungarn ja bereits vor einem halben Jahr die Pressefreiheit eingeschränkt und auch die Verfassung chinesischen Standards angepasst.
Deutschland und China haben ja jetzt auch Kooperationsverträge geschlossen. Und gleich hat Deutschland die Anti-Terror-Gesetze verlängert....
Hat nicht irgendwer vor zehn oder zwanzig Jahren gesagt, daß die Öffnung des Marktes von China automatisch auch Grundrechte und Demokratie nach Fernost bringen wird?
Was aber, wenn die ganze Geschichte andersrum ausgeht?
Wie es wirklich ausgeht, wissen ein paar Leute ganz ganz bestimmt.
Zum Beispiel die, die glauben, daß am 21.12.2012 die Erde untergeht. Manche sagen, ein Komet kommt. Oder schöner: Es kommet ein Komet.
Und tatsächlich hat letzten Monatg ein Asteroid die Erde um nur 12000 km verfehlt.
Anscheinend übt hier noch jemand. Was wenn der das nächste Mal trifft?
Dann werden die einen schreien, die anderen beten und die Dritten sich sagen: „Gott sei Dank hab ich mein Geld nicht in diese blöde Privatvorsorge gesteckt.“
Verlassen würde ich mich allerdings nicht drauf, weil gegenüber Prognosen den Weltuntergang betreffend, nehmen sich sogar die Garantiererklärungen zum Euro von unseren sogenannten „Staatenlenkern“ (so nennt man die PR-Praktikanten der Finanzindustrie) wie exakte Wissenschaft aus.
Mir als Wiener ist das letztendlich alles blunzn. Also wurscht. Mit einem Wort egal. Ich hol den Nestroy raus und singe mal wieder:
Da wird einem Angst und Bang
Die Welt steht auf kan Foi mehr lang lang lang lang lang lang
Die Welt steht auf kan Foi mehr lang lang lang lang lang lang
Die Welt steht auf kan Foi mehr lang lang lang lang lang lang
(Repeat and Fade)
Das kann man immer machen. Und überall. Aber am Badesee in der Sonne machts besonders viel Spaß...
Mittwoch, 11. Mai 2011 - 10:25 Uhr
Newsletter 05 11
Frühling ist. Und wie!
Jetzt ist er richtig da, der Frühling! Mit seinem Wonnemonat Mai reitet er durchs Land und die Allergiker husten, in den Altersheimen werden wieder Plätze frei und die Royals heiraten wie blöd.
Wer kann sollte jetzt Urlaub machen. Besonders billig dieses Jahr sind Tunesien, Ägypten, Libyen, Marrokko, Jemen und Syrien. Wenn man sich beeilt, ist man noch vor den Waffenlieferungen da.
Nach Portugal oder Griechenland oder Irland könnte man natürlich auch fahren. „Unser Geld ist ja schon da!“ wird jetzt so mancher ausrufen. Aber so ganz stimmt das nicht. Denn diese Staaten haben nur ein Budgetloch, weil sie ihre Banken geretttet haben. Und zum Dank dafür leihen Ihnen diese Banken kein Geld mehr, weil sie sich denken: Jemand, der wegen mir soviele Schulden hat, dem leih ich doch nix.
Ist doch logisch.
Ähnlich logisch, wie der Papst. Zuerst spendet er noch den Segen „Urbi et Orbi für Irmi und Omi“ und dann spricht er seinen Nachfolger seelig, weil dieser eine Parkinson-kranke Nonne geheilt hat. Er selbst ist im übrigen an Parkinson gestorben. Heißt es nicht: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott?
Egal, ich werde mich auch seelig sprechen lassen. Und man kann dann zu mir beten, wenn man den „Santo Stupido“ anruft.
Vielleicht war das ja auch alles nur ein Mißverständnis. Kann sein.
Und davon gibt es ja viele zur Zeit.
In Österreich zum Beispiel wurde die Regierung umgebildet. Um, nicht un. Das sind die teilweise eh.
Dafür gibt es jetzt einen Staatssekretär für Integration. Der ist siebeneinhalb, kommt gerade in die zweite Klasse Volksschule und sein Lieblingswort ist „geil“. Nein, stimmt nicht. Aber fast.
Aber ist Chef der „jungen Volkspartei“. Ja, ja richtig gelesen: Junge. Volkspartei. Das ist so etwas wie trockenes Wasser oder sichere Atomkraftwerke oder interessanter Eurovisionssongcontest.
Der ja dieses Jahr in Düsseldorf stattfindet. Eine Stadt, die für ihre Kunsthochschule, ihr Alt-Bier und ihre frisch ausgehobenen Terrorzellen bekannt und beliebt ist. Und dort wird Lena – ja, die schon wieder oder die noch immer oder die erst recht oder die keinProblemichbinsoonatürlich – also dort wird die andauernde Lena singen. Also so tun, als ob. Ein BR-Zündfunk-Moderator hat sie kürzlich als „öffentlichen Menschenversuch“ bezeichnet. Das finde ich sehr treffend. Und das, obwohl ich gegen Menschenversuche bin.
Ein anderer Menschenversuch läuft einstweilen in – nein, nicht in Japan. Also schon auch, aber den mein ich nicht – er läuft in der SPD. Thilo Sarrazin, der lebende Beweiß, daß man einen Stapel alter Bildzeitungen mit einem Seehund kreuzen kann, hat ja sein Alterswerk „Deutschland schifft sich an“ der um sich greifenden politischen Inkontinenz gewidmet (Lass es einfach raus!) und der bleibt SPD-Mitglied.
Und die Versuchsanordnung also lautet: Was kann man einer sozialdemokratischen Partei alles zumuten, bis sie sich selbst – wie weiland Rumpelstilzchen – in der Mitte zerreisst.
Man müsste die FDP fragen. Die macht das gerade.
Dafür hat jetzt der Obama ein Hoch. Selbst führende Republikaner finden ihn ganz toll, weil er den Osama hat so super umnieten hat lassen. Vielleicht finden sie ihn aber auch nur gut, weil sie fürchten, jetzt bald selbst von einem Navy-Kommando im Schlaf erschossen zu werden.
Interessant auch wie man den Osama gefunden hat: Der hat sich verdächtig gemacht, weil er selbst seinen Müll verbrannt hat. Wenn das die Kriterien sind, dann sehe ich schon hunderte Einsatzteams durch Schrebergärten-Anlagen ziehen und brave Kleingärtner eliminieren.
Aber das wird nicht passieren. Also nicht bei uns.
In Ungarn vielleicht schon. Da steht jetzt nämlich in der Verfassung, daß Nationalstolz, Christentum, Familienerhalt und Stolz auf das 1000jährige ungarische Reich Bürgerpflicht ist. Vielleicht werden auch schon Mutterkreuze verteilt und Flakhelfer ausgebildet, ich weiß es nicht. Fakt ist aber zweierlei: Dieses tausendjährige Reich der Ungarn war gute dreihundert Jahre lang von Osmanen und Österreichern regiert und also gar nicht sehr ungarisch und nicht sehr tausendjährig (aber das sind die tausendjährigen Reiche ja nie), und zweitens hat Ungarn gerade den Vorsitz in der EU inne. Also liegt das gar nicht irgendwo in Mittelasien, wo solche Geisteshaltungen zur lustigen Folklore gehören (und die Ungarn ja eigentlich auch herkommen), sondern in Europa. In der „Wertegemeinschaft“.
Der war gut, gell?
Im Ernst jetzt. Man ist besorgt. Manche Wissenschaftler glauben, daß 60 Punkte in dieser neuen Verfassung den „europäischen Werten“ widersprechen, andere glauben 200.
Ich sage: Keine Aufregung, kein einziger Punkt widerspricht diesen Werten, da die europäischen Werte überhaupt nicht in Ungarn zu finden sind, sondern an der Frankfurter Börse gehandelt werden.
Und Stumpfsinn, Blödheit und Volkstümelei versprechen zur Zeit riesige Renditen. Aber wurscht. Frühling ist trotzdem.
Donnerstag, 31. März 2011 - 13:30 Uhr
Newsletter 03 2011
Ehrenwerte Lesende!
Beste Angestrahlte!
Oh Publikum!
Lasst uns positiv bleiben:
Der japanische Katastrophen-Hatrick ist gut, weil der Herr Mappus abgewählt wurde. Das hat eine optische Verbesserung des Fernsehprogramms um 246% zur Folge und bringt noch dazu einen neuen Ministerpräsidenten hervor, der sogar einen Hals hat.
Durch die vielen radioaktiven Teilchen im Meer wird der Fischkonsum weltweit schrumpfen. Wodruch sich nicht nur die Bestände in den Ozeanen erholen können, nein, die einzelnen Meeresbewohner werden sogar größer als vorher und bestechen mit ihrer guten Ausstrahlung. Die drohende Lebensmittelknappheit in Japan aber wird beherzte Futtermittelhersteller und Legebatteriebesitzer zu selbstlosen Taten hinreissen, sodaß sich in den Körpern Nipons kein Cäsium anlagern kann, weil das schon alles mit Dioxin voll ist.
Das verseuchte Trinkwasser in Tokio kann nicht nur bedenkenlos vom dortigen Gouverneur (oder wie der Oberkasperl dort sonst heißt) getrunken werden, sondern natürlich von niemand anderem als: Charlie Sheen.
Der hat nach eigener Aussage bekanntlich einerseits Blut in den Adern, das anderen Leuten das Gesicht schmelzen lassen würde, andererseits eine Adonis-DNA, und ist obendrein auch noch ein Rockstar vom Mars. Der kann das trinken. Der trinkt sonst auch alles.
Das Wasser, das er übrig lässt, kommt in die libysche Wüste, die durch das ungewohnte Nass sich in blühende Landschaften verwandelt. Also in etwa so aussieht wie Sachsen-Anhalt. Womit auch die leidige Frage „Gadaffi ja oder nein?“ geklärt wäre. Denn der Regierungschef von Sachsen-Anhalt heißt Haselhoff.
Und in der Libyen-Version hat der David als Vornamen.
David Haselhoff übernimmt also die Regierungsgeschäfte und alle Araber – von Marokko bis Syrien – singen mit ihm zusammen „I’ve been lokking for Freedom!“ und „Ahugachaka Ahugachaka“, die Stimmung ist bombig und K.I.T.T. wird Innenminister, bekommt einen Badeanzug (Strand ist ja genug da), führt soziale Reformen durch und kauft sich ein neues schönes Überwachungssystem von Siemens. So eines wie es auch schon die iranische Führung hat.
Jetzt ist alles sicher und der Einsatz der Nato kann beendet werden. Leider kann sich die Nato nicht einigen von wem. Die EU aber kommt ihren Versprechungen nach und wirft jede Menge Schutzschirme ab. Auch der geschäftstüchtige, österreichische Europa-Parlamentarier Ernst Strasser sieht seine Stunde gekommen und verkauft maßgeschneiderte Gesetze an die jungen arabischen Demokratien, die dadurch merken, daß die kulturellen Unterschiede gar nicht so groß sind.
Die Flüchtlinge in Lampedusa schließlich werden nach Japan verschifft, weil dort gerade sehr viel Gestaltungsspielraum vorhanden ist.
Bleibt die Frage: Was machen mit Gadaffi? Das ist einfach. Der kommt nach Österreich (schließlich hat er dort ja jede Menge Geschäftsfreunde) und wird Trainer der Fussballnationalmannschaft. Dann lernt die Gurkentruppe endlich mal, wie man angreift.
Nur der Verlust von Knut, dem Eisbären, im Berliner Zoo wiegt schwer.
Denn natürlich kann so ein Publikumsliebling nur durch einen noch größeren Star ersetzt werden. Und deshalb wird man in Kürze im Gehege statt des weissen Kuschelraubtiers bald Gutt, den Freiherr, bestaunen können.
Da hat er endlich wieder die Aufmerksamkeit, die er braucht.
Montag, 28. Februar 2011 - 03:36 Uhr
Newsletter 02 2011
Werte Lesende!
Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebes von Nachrichten überschüttetes Publikum!
Es ist alles im Lot. Kein Grund zur Beunruhigung.
Alles wird gut.
Muhammar Al-Gadhaffi wird sich mit seinem BungaBungaFreund Berlusconi gemeinsam in Lampedusa treffen, wo sie zu Ehren des Baumeisters Richard Lugner den ersten Opernball ohne Oper veranstalten werden. Mubaraks Nichte, genant Ruby, ist der Stargast und man dreht sich unter freiem Himmel zu „Musi denn, musi denn zum Städtele hinaus“ im Drei-Viertel-Takt. Daß keiner Walzer tanzen kann, fällt nicht auf, schließlich handelt es sich bei den Tänzern ausschließlich um drogensüchtige Jugendliche, die von Al-Quaida zusammen mit den USA engagiert wurden.
Finanziert wird der Ball durch die UniCredit, deren größter Anteilseigner Libyen ist, und somit auch die Bank Austria und die HypoVereinsBank. Und die haben sich das Geld von den Konten besorgt, die seinerzeit der Kärtner Landeshauptmann mit libyschen Zuwendungen gefüllt hat. Es bleibt also alles im wahrsten Sinne des Wortes in der Familie.
Die Rolle des Staatsoperndirektors ohne Oper gibt Karl Theodor von und zu und auf und davon Guttenberg. Denn nur der weiß, wie man Titel richtig führt, ohne dazu berechtigt zu sein. Seine Eröffnungsrede besteht aus lauter WikiLeaks-Zitaten, die der wissenschaftliche Dienst des Bundestags ihm in die letzte Ausgabe der Bildzeitung geklebt hat. Andere Zeitungen rührt Guttenberg nicht mehr an. Karl Heinz Grasser kennt das Problem und bietet ihm zum Trost einen Frisuren-Vergleich an.
Die Jörg-Haider-Revival-Band spielt in den abgelegten Uniformen aus Gadhaffis Kleiderschrank und mit Peter-Alexander-Masken „Sag zum Abschied leise Servus“ und der Präsidenten vom Jemen muß ein bißchen weinen. Die anwesenden Herrn Ben Ali und Mubarak posten auf Facebook „das gefällt mir“.
Das Buffet besteht aus den Eiern deutscher Futtermittelhersteller und der CIA verspricht später noch einen Gruß aus der Küche: Julian Assange, nach Art des Hauses.
Die Fernsehübertragung in alle Welt wird von Jörg Kachelmann moderiert, der sich als Thomas Gottschalk verkleidet hat, der sich als Alice-Schwarzer-Parodist versucht. Gerade als die Stimmung auf dem Höhepunkt ist, weil die EU-Innenminister „I hear you knocking, but you can’t come in“ vielstimmig intonieren, erreichen die Auswirkungen des Beben von Neuseeland endlich das Mittelmeer und ein gewaltiger Tsunami ohne Vornami bereitet dem Grauen ein Ende.
Na? Hab ichs nicht gesagt?
Es wird alles gut.
Montag, 28. Februar 2011 - 03:34 Uhr
Newsletter 01 2011
Ehrenwerte Lesende!
Liebes Publikum!
Oh Menschheit!
Ich weiß, ich bin spät dran mit diesem Newsletter. Eigentlich hätte er schon vor Wochen erscheinen sollen, aber, ehrlich, es ging nicht früher. Dauernd ist etwas dazwischen gekommen.
Zum Beispiel: die Freiheit.
Die bricht einfach so aus. Obwohl sie vorher so gut verwahrt worden ist.
Gut, das liegt natürlich in ihrer Natur, aber soo gleich?
Soo laut? Sooo wild? Muss das denn sein?
Noch dazu so flächendeckend. Tunesien, Ägypten, Jemen... Wenn das so weitergeht, besteht durchaus die Gefahr, daß der Funke überspringt und die Demokratie auch noch in anderen Ländern Einzug hält. In Italien zum Beispiel.
Nein. Das war ein Scherz.
Das würde der Berlusconi nie zulassen, daß sich derart unsichere Verhältnisse etablieren. Deshalb arbeitete er ja auch mit den Potentaten von der anderen Seite des Mittelmeers ganz eng zusammen. So eng wie es nur geht. Zum Beispiel mit der Nichte von Mubarak.
Und der ist ja bekanntlich der Nochpräsident von Ägypten. Wo gerade ein bisserl Revolution ist.
Seltsam eigentlich.
Kaum steigt der Preis für Lebensmittel wie Weizen durch massive Spekulationen an den Börsen an, gehen woanders die Leute auf die Strasse.
Und wer ist schuld? Facebook, sagt sich das Regime, dreht das Internet ab und jagt Journalisten aus dem Land.
Und das wiederum macht den Viktor Orban aus Ungarn neidig.
So würde er das nämlich auch gern machen.
Bis jetzt hat er ja nur ein Gesetz, mit dem er Journalisten und ihre Medien existentiell ruinieren kann. Und schon dieses kleine Zensürchen, dieses winzige Knebelchen hat fürchterliche Entrüstungsstürme in der EU entfacht. Ja, wirklich! Sowohl die Kommission, als auch das Parlament haben ihm eine geharnischte Mitteilung zukommen lassen, in der stand:
Du, du, Viktor, sowas macht aber nicht! Gell?
Und schon ist der Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit genüge getan.
Und es gibt auch noch andere, die ein Problem mit der Pressefreiheit haben:
Der ehemalige österreichische Finanzminister zum Beispiel. Der weiß, warum die Journalisten nur hinter ihm her sind. Und zwar nicht, weil er ein abgeschleckter potentieller Steuerhinterzieher ist, der wirklich bei jeder Schweinerei der letzten zehn Jahre die Hand aufgehalten hat, sondern: Weil er zu intelligent, zu gut ausgebildet, aus zu gutem Haus und zu schön ist. Sagt er. Live. Im Fernsehen.
Vielleicht ist er aber auch zu selbstkritisch.
Auch kein Freund der freien Presse ist der fast sympathische Herr Maschmeier. Über den hat nämlich der NDR einen Bericht gemacht, den man hier nachsehen kann: http://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/awd151.html
- und schon klagt er, daß die Rechtsabteilung des Hauses zwei neue Azubis einstellen kann. Es ist ja auch frustrtierend: Da schlängelt man sich jahrelang durch die Perestaltik der deutschen Politprominenz, nimmt parallel dazu ein paar tausend Haushalten ihr Erspartes ab und dann kommt so mieser, kleiner Journalist und ramponiert das schöne Gewinner-Image durch kleinliche Recherche. Also in Ungarn wäre sowas nicht passiert. Und in Ägypten auch nicht.
Aber das Leben ist dann doch gerecht: Der Maschmeier muß zur Strafe mit Veronika Ferres zusammen sein.
Aporpos gerechte Strafe: Für verblödetes Wahlverhalten hat sich das Schicksal neue Sanktionierungsmaßnahmen ausgedacht. Wer zu oft dumme und gefährliche Parteien wählt, bekommt den Start der Europatournee von David - The Hoff - Hazelhoff.
Wer den nicht kennt: Der sieht aus wie ein gealterter H.C. Strache und singt auch so. Und zur Warnung fährt er dann weiter nach Deutschland.
And is still looking for freedom. Man kann ja Freiheit so falsch verstehen.
Aber man sieht ja dann in Tunis, was im Zweifelsfall zu tun is.
