Deutscher Kabarettpreis
Deutscher Kabarettpreis 2000 (Förderpreis)
der Stadt Nürnberg und des Nürnberger Burgtheaters
an Severin Groebner für das Soloprogramm Groebner Unfug
Einen markanten Strich in der Kabarettlandschaft oder aber einen exaltiert-exzentrischen Kleinkunstextremisten haben die Kritiker Severin Groebner schon genannt und irgendwie haben sie recht. Was dieser auf der Bühne macht, ist tatsächlich Unfug. Aber auf höchstem Niveau! Severin Groebner, die schlacksige, bebrillte Hälfte des ehemaligen Duos gröllundgroebner, zeigt vermeintlich „nette Menschen von nebenan“, die grübelnd – über den Abgründen des banalen Alltags zu einem wahnwitzigen Psychogramm verquerer Typen mutieren.
Und nur ein Wiener, der wie Severin Groebner im „Qualtinger-Hof“ aufgewachsen ist, kann vermutlich so kauzige Figuren wie den Hausgeräteliebhaber, der sein Staubsaugertier Gassi führt, oder den „Menschenfeind“, der davon träumt, sich seinen Bucker „so vergrößern zu lassen, dass ihm die ganze Menschheit darauf herunterrutschen kann“, erfinden und zum Leben erwecken.
Severin Groebner repräsentiert eine eigenständige, innovative Mischung aus Kabarett und schrägen Sprechgesängen, mit viel Witz, aber ohne vordergründige Pointen. Und es entsteht große „Kleinkunst“, wenn Severin Groebner seiner humoristischen Experimentierfreude freien Lauf lässt und seine Ideen minimalistisch und mit schauspielerischem Talent effektvoll inszeniert. Der vielseitige junge Wiener ist mit seinen mal literarisch versponnenen, mal phantastischen oder absurden satirischen Einfällen ein Ausnahmetalent im deutschsprachigen Kabarett. Um es mit der Wiener Presse auf den Punkt zu bringen: Groebner ist komisch. Per se.
Dem kann sich das Nürnberger Burgtheater nur anschließen und verleiht ihm den Förderpreis des Deutschen Kabarett-Preises 2000.
